Schwesternliebe&Wir
Leben mit Kindern

Schulkind // Kein Ganztagsunterrricht in der Grundschule mehr

Vor zwei Jahren war es so weit und die Anmeldung in der Grundschule für unsere Große stand an. Es gab einen großen Stapel mit Zetteln und einige Entscheidungen standen an. Unter anderem mussten wir wählen, ob unsere Tochter die Ganztagsschule besuchen wird oder lieber mittags nach Hause geht. Für uns war damals klar, dass wir die Ganztagsschule wählen werden. Der Unterricht findet für alle nur bis zum Mittag statt, Hausaufgaben müsste sie Zuhause sowieso auch machen und am Nachmittag gibt es spannende AGs und Ausflüge in den nahegelegenen Wald. Das klang alles toll und auch so, als wenn es keine große Umstellung für unser Mädchen sein würde. Denn sie es auch schon gewohnt etwas längere Tage zu haben, denn in der Kitazeit war es oft auch nicht anders gewesen. Und dort fand sie es immer super so lang spielen zu können, war ausgeglichen und ein sehr zufriedenes Kind.

Doch schon nach wenigen Wochen in der Schule merkten wir, dass es einen großen Unterschied macht: acht Stunden Kita und acht Stunden Schule sind nun einmal etwas ganz anderes. In der Schule wird viel Selbstständigkeit gefordert, die Kinder müssen lernen sich selbst zu strukturieren und auch das Lernen kostet einfach um einiges mehr an Energie. Und so kam am Nachmittag dann immer ein ziemlich erledigtes Kind nach Hause. Unternehmungen waren dann kaum mehr möglich, da weder genug Energie noch gute Stimmung vorhanden waren.

Als es dann im letzten Frühjahr wieder wärmer wurde und die Lust auf Unternehmungen bei uns allen wieder stieg, wurde schnell deutlich, dass wie versuchen müssen etwas zu ändern. Die zwei Kleineren waren immer schon gegen Mittag wieder zuhause, da das vor allem für das Babymädchen so am besten gepasst hat. Und irgendwie hatte ich immer mehr das Gefühl, dass es nicht richtig ist unsere Älteste da so lang in der Schule zu lassen. Es fühlte sich an, als würde ich ihr das letzte bisschen Kindheit nehmen was ihr noch bleibt. Denn immerhin ist es gar nicht mehr lang und dann geht sie in die weiterführende Schule und dort wird der Unterricht öfter deutlich länger sein.

In unserem Alltag gab es unter der Woche eigentlich nur noch Schule. Denn wenn sie am Nachmittag nach Hause kam, dann war kaum mehr Zeit dafür etwas anderes zu machen. Dann haben unsere Mädels im Garten gespielt, wir haben gegessen und sind schlafen gegangen. Denn so ein Schultag starten nun mal auch sehr früh und gegen 19 Uhr waren alle drei dann immer so müde, dass eine spätere Schlafenszeit kaum möglich ist.

Deswegen haben wir uns dann dieses Jahr dafür entschieden, dass wir keinen Ganztagsunterrricht mehr für unsere Tochter möchten. Das erfordert zwar deutlich mehr Organisation und vor allem sehr viel Disziplin meinerseits, denn jetzt habe ich eben nur noch die Vormittage ohne Kinder. Aber dafür habe ich endlich das Gefühl, dass sich unsere Tochter in der Schule richtig wohlfühlt.

Am Nachmittag können wir jetzt wieder etwas zusammen unternehmen, uns mit Freunden treffen und einen Musikkurs besuchen. Mittags kochen wir zusammen und erledigen Einkäufe und den Haushalt. Und nebenbei rechnen wir gemeinsam Kopfrechenaufgaben oder üben neue Wörter.

Ich finde es toll, dass es Ganztagsschulen gibt und diese oft ein wirklich gutes Angebot für die Kinder haben. Aber ich finde auch, dass es einen großen Unterschied macht, ob Kinder den Nachmittag dort spielend oder eben in einer kleineren familiäreren Gruppe verbringen. Obwohl es da sicherlich auch Unterschiede zwischen den Kindern gibt! Wir fühlen uns jetzt deutlich wohler mit unserer Entscheidung und genießen es gerade sehr die Spätsommernachmittage zusammen zu verbringen.

Eure Sarah

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2 Comments

  • Reply
    Menea
    12/09/2018 at 12:23

    “Es fühlte sich an, als würde ich ihr das letzte bisschen Kindheit nehmen was ihr noch bleibt”
    Mir wurde auch klar, wir haben unsere Kinder für uns bekommen, nicht für die anderen.

    • Reply
      Sarah
      13/09/2018 at 9:15

      So ging es mir irgendwie auch. Sie war plötzlich so viel weg und ich konnte kaum mehr Zeit mehr mit ihr verbringen. Jetzt ist es zwar etwas stressiger für mich und weniger Geld verdiene ich auch, aber ich genieße die Nachmittage so sehr!

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