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Leben mit Kindern

Familie // Mit Kindern vegetarisch oder vegan leben

Ich selbst esse inzwischen schon sehr lange vegetarisch mit vielen veganen Phasen dazwischen. Ich bin aus vielerlei Gründen sehr überzeugt davon, dass eine vegane Ernährung einfach am besten ist. Oft halte ich es aber selbst nicht richtig durch, denn zum Beispiel auf Käse kann ich nur sehr schwer verzichten. So esse ich eben vegetarisch, trinke aber zum Beispiel Hafermilch und esse Sojajoghurt. Inzwischen  ernähren wir uns beide sehr ähnlich, auch wenn ich hier deutlich konsequenter bin bei der tierproduktfreien Ernährung. Aber wie machen wir das mit unseren Kindern?

Grundsätzlich bin ich auch überzeugt davon, dass für Kinder eine vegane Ernährung sehr gesund ist. Und ja, ich habe mich viel dazu belesen. Oft kommt ja das Thema Calcium, was wichtig für Kinder sei und in dem Zusammenhang eben auch die Kuhmilch. Bei genauerem Hinsehen ist Milch aber eben kein guter Calciumlieferant, sondern übersäuert eben auch den Körper. Um diese Übersäuerung wieder zu neutralisieren braucht der Körper wieder Mineralstoffe aus Knochen und Zähnen. Am Ende bleibt nach einem Glas Milch vermutlich weniger Calcium im Körper. Das ist nur einer der vielen Gründe, warum ich davon überzeugt bin, dass eine pflanzliche Ernährung besser ist für meine Kinder. Ich will meine Gründe aber auch gar nicht weiter ausführen, das haben schon genug andere vor mit getan.

Aber wie läuft das jetzt tatsächlich?

Nun kennen das sicherlich alle Eltern. Wir würden unseren Kindern gern zum Frühstück Müsli mit viel Obst und mittags die Brokkoliesuppe hinstellen. Aber in der Realität läuft das eben nicht so, sondern die Kinder haben da so ihre eigenen Vorstellungen.

Hier gibt es tatsächlich oft Müsli zum Frühstück. Ich mische das Müsli immer selbst, so habe ich die Kontrolle darüber was drin ist und kann noch einige gesunde Dinge darin verstecken. Zum Beispiel mische ich immer ein paar Lein-, Hanf- und Chiasamen darunter. Statt Milch im Müsli gibt es Sojajoghurt und Hafermilch. Und zum süßen noch etwas Agavensirup. Statt Weizenflocken kaufe ich lieber ein Dinkelmüsli und mische auch gern gepopptes Amaranth oder Quinoa mit drunter. So habe ich schon im Frühstück eine Menge gesunde Zutaten untergebracht mit ganz vielen wichtigen Nährstoffen. Zwar fehlt bei den Kindern das frische Obst und das Müsli wird immer nur gesüßt gegessen. Aber so ist das eben mit den verschiedenen Vorstellungen.

Immer mal wieder gibt es bei uns natürlich auch Toast zum Frühstück. Dafür kaufe ich am liebsten das Dinkeltoast aus dem Bioladen. Oben drauf haben beide Mädels am liebsten Schokocreme. Da steht bei uns zum Beispiel immer Samba auf dem Tisch. Das schmeckt super lecker und die Inhaltsstoffe sind deutlich gesünder als bei der deutlich bekannteren Schokocreme. So befinden sich darin 45 % Haselnüsse (im Vergleich dazu hier 13 %) und das darin enthaltene Fett ist ungehärtet. Trotzdem ist Toast mit Schokocreme natürlich nicht optimal. Zusätzlich stelle ich auch meist Obst auf den Tisch, auch wenn ich vieles davon oft allein esse, manches landet dann doch auch in den Mündern meiner Kinder. Beliebt sind zum Beispiel momentan Heidelbeeren. Oft stelle ich das Obst auch zuerst auf den Tisch und die ungeduldigen Töchter naschen dann schon vor dem eigentlichen Frühstück ein wenig.

Gesünder essen ist oft gar nicht so schwer

Meist ist es gar nicht so schwer gesünder zu Essen. Weiße Nudeln können durch Vollkornnudeln oder noch besser durch Dinkelnudeln ersetzt werden. Normaler Ketchup durch selbstgemachten Ketchup (statt Zucker wird einfach Agavensirup genutzt). So ist ganz schnell und deutlich gesünder ein Kinder-Lieblingsessen zubereitet. Natürlich ist da auch wieder Zucker drin, aber dieser ist immer noch besser als Industriezucker. Auch kommt es beim Zuckerkonsum immer auf die Masse an. Ein striktes Kein-Zucker halte ich sowieso nicht für sinnvoll.

Für zwischendurch gebe ich den Mädels gern Gurke, Möhren oder Obst. Oft wird das besonders gut gegessen, wenn ich gerade koche und der Hunger schon ganz schlimm ist. Auch gut, von mir aus können sie gern vorher viele gesunde Snacks haben und dann weniger von meinem gekochte essen. Hauptsache sie essen was Gutes.

Und außerhalb der Familienblase

Nun ist es so, dass beide Mädels nicht immer Zuhause essen. Da gibt es die Kita, früher die Tagesmutter, Omas, Freunde,… Dort wird ganz anders gegessen, als bei uns zu Hause. Bei den meisten Dingen denke ich mir sogar oft: “Wie kann sowas nur Kindern gegeben werden?” Wiener zum Beispiel sind ja so ein typischer Kindersnack. In denen ist soviel Salz, dass sie für Kleinkinder sogar tödlich sein können (natürlich nur in größeren Mengen…). Ist übrigens bei Kinderwurst und Co genau dasselbe Problem.

Da ich meine Kinder gern selbst entscheiden lassen möchte, dürfen sie aber (in Maßen) bei anderen auch sowas essen. Ich finde es zwar nicht gut, bin aber eben auch davon überzeugt, dass sie selbst lernen sollten was gut für sie ist. Kindern eine gesunde Ernährung beibringen heißt für mich vor allem es ihnen vorzuleben. Es bringt wenig Verbote auszusprechen, denn davon lernen Kinder nicht viel. Wenn ich ihnen aber zum Beispiel zeige, dass wir unser Essen lieber im Bioladen kaufen und auch auf dem Wochenmarkt nur bestimmte Stände ansteuern, dann lernen sie, dass es da tatsächlich einen Unterschied gibt. Sie lernen, dass manche Menschen ihr Schnitzel mit Fleisch zubereitet, dass es aber Zuhause mit Kichererbsen auch sehr gut schmeckt. Auch wenn es anderen von Außen gesehen vielleicht manchmal grausam erscheint, ich erzähle meinen Kindern, dass es einen unterschied macht ob sie eine “normale” Bratwurst oder eine Seitanwurst essen. Das eine ist bei uns dann “Wurst mit Schweinchen”, das andere “ohne”. So können sie den Unterschied verstehen und für sich entscheiden, was sie essen mögen.

Auch wissen meine Kinder inzwischen, dass ich bestimmte Dinge einfach nicht kaufe, die es in der Kita oder bei Oma gibt. Dafür gibt es bei uns Zuhause eben viele andere leckere Dinge. Und irgendwann werden sie sich vielleicht dazu entscheiden auch gar kein Fleisch mehr zu essen und auch andere Ernährungsweisen von mir übernehmen. Aufzwingen kann ich es ihnen auf jeden Fall nicht, nur vorleben.

Eure Sarah

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