Schwesternliebe&Wir
Leben mit Kindern

„Mama, fallen in Syrien immer noch schwere Bälle vom Himmel?“

Vor einigen Wochen waren wir in Dänemark im Urlaub und meinen Töchtern begegneten einem syrischen Mädchen. Sie trafen sich auf der Wippe auf einem wunderschönen und friedlichen Spielplatz am See. Die Sonne schien, und weil es so viel Spaß machte mit dem Mädchen zu spielen unterhielten sie sich kurz. Das Mädchen stellte fest, dass sie alle dieselbe Sprache sprechen konnten und fragte meine Töchter ob sie deutsch wären? – „Ja, und du?“ – „Ich bin in Syrien geboren und wohne jetzt in Deutschland.“

Meine Töchter mussten uns das natürlich sofort erzählen. Denn Syrien kannten sie nicht. Ich erzählte ihnen, dass das ganz schön weit weg ist. Später am Tag kamen dann immer wieder Fragen danach, wo Syrien denn ist und wie es da aussieht. Und natürlich kam auch die Frage, warum das Mädchen denn nicht mehr da wohnt und jetzt so weit weg von Zuhause ist.

Schon vorher habe ich mir oft Gedanken darüber gemacht, wie ich mit meinen Töchtern über Krieg reden möchte. Wie kann ich ihnen so etwas erklären. Etwas, wovon ich eigentlich selbst keine Ahnung habe. Ich kann zwar versuchen mir vorzustellen, wie es ist in einem Land zu leben in dem Krieg herrscht. Aber ich glaube niemand, der das nicht erlebt hat, kann wirklich beschreiben wie es sich anfühlt.

So haben wir also versucht unseren Töchtern zu beschreiben, was es heißt zu Fliehen. Was es heißt, wenn Menschen ihr Zuhause verlassen müssen, um sicher leben zu können. Wir versuchten es ihnen zu erklären und hatten selbst eigentlich kaum eine Vorstellung davon.

Währenddessen erinnerte ich mich an ein Buch, welchen ist einmal bei Grosseköpfe entdeckt hatte. Das Buch heißt „Bestimmt wird alles gut“. Ich erinnerte mich, wie ich schon einmal die ersten Seiten dieses Buches angeschaut hatte und schnell begeistert gewesen war, wie gut es das Thema von Krieg und Flucht auch Kindern näher bringt. Schnell bestellte ich also das Buch noch in unserem Urlaub. Und schon am ersten Tag wieder Zuhause lasen wir es mehrmals durch.

Bestimmt wird alles gut

Das Buch, geschrieben von Kirsten Boie, erzählt von Rahaf und Hassan. Die beiden Geschwister hatten früher in einem wunderschönen und großen Haus gelebt. Zusammen wohnten sie dort mit ihren kleinen Geschwistern, den Großeltern und weiteren Verwandten. Sie hatten ein schönes Leben. Nur manchmal kamen die Männer in die Straßen um zu kämpfen. Manchmal kamen auch die Flugzeuge und dann mussten sie schnell in den Keller.

Das Buch erzählt von dem schweren Weg, den die Familie geht um im sicheren Deutschland leben zu können. Es beschreibt die Traurigkeit, die Rahaf empfindet, als sie ihre geliebte Heimat verlassen muss und all die Schwierigkeiten mit denen die Familie nie gerechnet hatte.

Kirsten Boie erzählt wirklich sehr kindgerecht eine Geschichte, die auch mich beim Lesen tief berührt hat. Eine Geschichte, die definitiv mehr Menschen und nicht nur Kinder lesen sollten. Denn sie kann vielleicht für ein wenig mehr Verständnis gegenüber Flüchtlingen sorgen.

Am nächsten Tag fragt mich meine Tochter, ob denn immer noch in Syrien schwere Bälle vom Himmel fallen würden. Und als ich die Frage mit ja beantworten musste, meinte sie das sie hofft, dass dies bald nicht mehr so sein wird. Ja, das hoffe ich auch mein Kind!

Habt ihr auch schon einmal über das Thema Krieg und Flucht mit euren Kindern gesprochen?

Eure Sarah

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