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Was müssen Kinder? // Ich wünsche mir glückliche Kinder

Letzte Woche habe ich einen tollen Text von Miriam gelesen. Sie schrieb darüber, dass ihre Kinder noch nichts Müssen: ein vierjähriges Kind muss nicht schneller gehen nur weil wir das möchten und es muss nicht zum Kinderturnen wenn es lieber auf den Spielplatz möchte. Auch grundsätzlich zweifelt sie an, wer denn definieren darf was wir müssen. Denn wir sind für unser Glück verantwortlich und nicht  dafür mit unserem Tun Anderen zu gefallen.

Mit diesen Worten hat mich Miriam einmal wieder daran erinnert, was ich gern für meine Kinder möchte und was so oft im Chaos des Alltags untergeht, in den Hintergrund gerät und vergessen wird.

Diese und diese Worte kann ich so sehr nachempfinden.

Was ich mir wünsche…

Ich wünsche mir für meine Kinder, dass sie nichts müssen nur weil sich das jemand Anderer von ihnen wünscht. Denn ich möchte, dass sie ihre eigenen Wünsche selbst erkennen und nicht den Zielen von jemand anderem folgen. Ich möchte, dass sie das tun, was sie glücklich macht!

Natürlich sind einige Regeln wichtig und diese sollten Kinder auch lernen. Im Straßenverkehr müssen sie aufpassen, was ich vor allem E immer wieder zu erklären versuche, denn in ihrem kindlichen Enthusiasmus scheint sie dies öfter zu vergessen. Auch finde ich es wichtig, dass meine Kinder niemanden schlagen und respektvoll miteinander umgehen.

Doch meine Kinder müssen nicht zur musikalischen Früherziehung, wenn sie darauf keine Lust haben. Und sie dürfen auf dem Nachhauseweg auch eine Pause machen und Blumen pflücken, auch wenn wir dann vielleicht erst etwas später schlafen gehen können.

C geht sowohl in die Musikschule, als auch zum Ballett weil sie sich das gewünscht hat. Bis jetzt macht ihr Beides noch große Freude und sollte dies einmal nicht mehr der Fall sein, dann hört sie eben wieder damit auf. Dann probiert sie vielleicht etwas anderes aus oder auch nicht. Bis sie irgendwann etwas gefunden hat, dass sie begeistert. Denn Begeisterung an dem was wir tun macht uns glücklich. Und ich wünsche mir Kinder sie glücklich sind.

Das Wort Danke

Mir ist es insbesondere wichtig, dass meine Kinder nicht Bitte und Danke sagen müssen! Nicht Danke aus Pflichtgefühl.

Mir war es schon immer suspekt, von jemandem aufgefordert zu werden Bitte oder Danke zu sagen. Ich fordere von meinen Kindern kein Bitte und kein Danke ein. Denn ich wünsche mir, dass sie diese Wörter nur nutzen, wenn sie es auch so meinen. Wenn ihnen das Essen was ich gekocht habe nicht schmeckt müssen sie mir nicht danken. Wieso auch? Wenn meine Kinder sich ständig für alles bei mir Bedanken würden, dann würde ich nicht mehr erkennen können, wann sie ein Danke ehrlich meinen. Und das fände ich wirklich sehr schade. Wenn meine Kinder ein Geschenk von jemandem bekommen, dann frage ich sie meist ob sie sich freuen und sich bedanken möchten. Denn eine Aufforderung zum Danken käme einer Lüge gleich und ich möchte meine Kinder nicht zum Lügen erziehen nur um einen anderen Erwachsenen glücklich zu machen, der sich über dieses Danke freuen würde.

Doch es ist nicht so, dass meine Kinder diese Worte nicht benutzen. Sie benutzen sie sogar sehr oft! Aber ich fordere sie nicht dazu auf. Ich versuche ihnen vorzuleben, dass diese Worte zum Umgang mit anderen dazu gehören. Ich versuche ihnen zu zeigen, dass ich mich sehr über ein Danke freue. Ich bedanke mich bei meinen Kindern, wenn ich das so empfinde.

Meine Kinder möchten so viel und ich wünsche mir, dass ich es immer wieder schaffe nicht noch zusätzlich Dinge von ihnen zu fordern. Sie möchten so gern neue Dinge lernen und erleben. Sie möchten uns gern zeigen, wenn sie dankbar sind und ihrer Freude Ausdruck verleihen. Ich wünsche mir, dass ich es immer wieder schaffe die Wünsche meiner Kinder zu sehen!

Eure Sarah

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3 Comments

  • Reply
    Noëmi von Unsophisticated Beauty
    12/05/2015 at 8:05

    Das finde ich wirklich einen tollen Beitrag. Ich hoffe, dass ich es als Mama eines Tages auch schaffe, so tolerant zu sein und mich in meine Kinder einzufühlen. Ich finde es gut wie du das mit Danke und Bitte löst und hoffe, dass deine Kinder damit im Leben weiter kommen!

    • Reply
      schwesternmama
      12/05/2015 at 8:21

      Danke, meine Kinder sind zwar erst 2 und knapp 4 aber bislang scheint das so gut zu funktionieren. Sie sind auf jeden Fall immer freundlich und bei allen beliebt. Ich hoffe auch, dass ich es weiterhin schaffe mich in meine Kinder einzufühlen, leider läuft das ja auch sehr oft schief…aber das ist wohl menschlich.

  • Reply
    Miriam
    12/05/2015 at 15:09

    Ach wie schön Deinen Text zu dem Thema zu lesen. Und er trifft auch genau das, was ich meinte. Klar dürfen Kinder ganz viele Dinge ausprobieren und sich dafür begeistern. Es muss nur genauso akzeptiert werden, wenn sie es nicht mehr tun.
    Und auch Deine Anmerkung zum Thema „Danke“ und „Bitte“ finde ich sehr schön. All diese ganzen Regeln nützen ja nichts, wenn sie nicht auch so gemeint sind. Wir hatten auch mal die Diskussion ob man sich auch für Geschenke bedanken muss, die man gar nicht mag. Und haben dann nur gesagt, dass jeder der etwas schenkt, es sicherlich ganz gut meint. Und irgendwie hofft, dass der andere sich darüber freut. Seitdem versucht Emil zumindest seine Enttäuschung nicht zu zeigen.
    Ganz liebe Grüße, Miriam

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