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Hormone? Nein, lieber nicht!

Mein ersten Rezept für die Pille erhielt ich mit 14 oder 15 Jahren. Das war damals mein erster Besuch beim Frauenarzt und der fand auch nur aus einem Grund statt: Die Pille zu erhalten. Seitdem ließ ich sie mir regelmäßig verschreiben. Ich wechselte zwar ab und an zwischen den verschiedenen Präparaten, nahm sie aber durchgehend ein. Irgendwann wurde ich dann schwanger, was entweder an einer vergessenen Einnahme oder an meiner damaligen Laktoseintoleranz lag. Damals war ich 22 und setzte mit dem Beginn der Schwangerschaft das erste Mal die Pille ab.

Ein halbes Jahr später wurde dann unsere bezaubernde große Tochter geboren und ich entschied mich wieder für die Einnahme der Pille. Diesmal allerdings für eine stillfreundliche Minipille. Diese nahm ich dann ca. 6 Monate und danach entschieden wir uns für unsere zweite Tochter. Es dauerte ein paar Monate bis ich schwanger wurde und so lebte ich insgesamt etwas über ein Jahr hormonfrei.

Die Pille ist zu kompliziert

Nach der Geburt unserer Jüngsten entschied ich mich dafür nach einer Alternative zu suchen. Die Pille war mir zu kompliziert, da ich es einfach schwierig fand, die regelmäßig tägliche Einnahme einzuhalten. Ich wollte es einfach und ließ mich von meinem Arzt beraten. Am Ende entschied ich mich für eine Hormonspirale und ließ mir diese einsetzen. Wir wollten zu dem Zeitpunkt vorerst keine weiteren Kinder, da ich gern zuerst ein wenig mit meinem Studium vorankommen wollte.

2,5 Jahre später hatte ich mit vielen Nebenwirkungen der Spirale zu kämpfen: Depressionen, extreme Stimmungsschwankungen, starke Hautprobleme, ständige Unterleibsschmerzen und viele viele Blutungen. Die Nebenwirkungen wurden immer schlimmer und im letzten Januar waren sie dann so schwer für mich zu ertragen, dass ich sie mir selbst herauszog. Das ist natürlich nicht wirklich zu empfehlen, aber mir ging es wirklich schlecht und ich wollte sie nur noch loswerden. Und meist dauert es einfach etwas, bis beim Arzt wieder ein Termin frei ist.

Nie wieder

Seitdem ich komplett auf Hormone verzichte geht es mir deutlich besser. Langsam gingen viele Nebenwirkungen zurück. Ich habe oft gelesen, dass alle Nebenwirkungen erst verschwinden, wenn die Hälfte der Zeit verstrichen ist, in der zuvor Hormone eingenommen wurden. Das würde bei mir jetzt noch einige Zeit dauern. Hinzu kamen nur wenige Probleme. Ich habe jetzt Regelschmerzen, die ich so vorher noch nicht kannte. Und es hat auch einige Zeit gedauert, bis sich mein Zyklus wieder normalisiert hatte. Aber inzwischen ist dieser wieder sehr regelmäßig. Die Hautprobleme wurden leider nicht wirklich besser, eher schlimmer. Ich vermute, dass dies auch einfach an den ganzen Hormonumstellungen liegen kann und sich das erst bessert, wenn alles wieder regelmäßig ist.

Mit dem Ziehen der Spirale entschied ich mich für Natürliche Familienplanung – kurz NFP. Die kann nämlich auch als Verhütungsmethode angewendet werden. Und bei richtiger Anwendung soll NFP genauso sicher sein wie die Pille. Also eine super Alternative für alle die keine Lust mehr auf die Einnahme von Hormonen haben.

Seitdem messe ich jeden Morgen meine Temperatur und taste täglich den Muttermund ab. All diese Daten trage ich in eine Zyklus-App ein und diese kann dann genau berechnen, wo die fruchtbaren und die unfruchtbaren Tage liegen. Wird die Methode zur Verhütung genutzt sollten an den fruchtbaren Tagen Barrieremethoden, wie Kondome oder ein Diaphragma, genutzt werden.

Ich habe allerdings nicht einfach damit angefangen, sondern mich erst einmal umfangreich informiert. Toll ist zum Beispiel der Blog We Are The Ladies. Und auch den YouTube-Kanal von JessVeganLifestyle fand ich super hilfreich. Zusätzlich habe ich mir auch noch ein Buch zu dem Thema gekauft, wo ich immer hineinsehen kann, wenn ich an einer Stelle unsicher bin. Gerade am Anfang finde ich das Buch super hilfreich, da es die ganzen Grundlagen sehr gut erklärt.

Eure Sarah

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9 Comments

  • Reply
    Minny
    05/10/2016 at 18:29

    Hallo Sarah!
    Diese Geschichte kommt mir SEHR bekannt vor! Ich hatte ein gutes Jahrzehnt die Pille, danach den Nuvaring und die Nebenwirkungen waren zum Schluss nicht mehr auszuhalten und ich habe mich dann auch dazu entschieden, hormonfrei zu verhüten. Ich habe auch erst NFP ausprobiert, habe mich dann aber mit dem cyclotest myway angefreundet und komme damit auch sehr gut klar. Ich nutze ihn aber auch wie NFP symptothermal – sicher ist sicher 🙂
    Schön, auch mal eine andere Erfahrungsgeschichte zu lesen. Es gibt zum Glück immer mehr Frauen, die über natürliche Verhütung schreiben und so langsam aber sicher fangen auch jüngere Frauen an, die hormonellen Methoden zu hinterfragen.

    • Reply
      Sarah
      10/10/2016 at 10:19

      Ja, ich kennen auch immer mehr, die keine Lust mehr auf Hormone hatten. Vor allem scheint es vielen wirklich deutlich besser zu gehen nach dem Verzicht darauf.

  • Reply
    Minny
    12/10/2016 at 15:09

    Definitiv!
    Ich meine, eigentlich ist es ja recht logisch, dass sich die hohe Hormondosis früher oder später auf einen auswirkt. Nur sind die Informationen dazu nicht sooo präsent – und – was noch schlimmer ist, wie ich finde – Alternativen zu hormoneller Verhütung gelten immer noch als unsicher. Da steckt einfach keine große Pharmalobby dahinter, um die Methoden richtig bekannt zu machen. Gut, dass es da so Blogger wie dich gibt!

    • Reply
      Sarah
      14/10/2016 at 9:33

      Ja, das finde ich auch traurig. Dabei ist es bei richtiger Anwendung genauso sicher wie die Pille. Aber ich glaube so langsam wird das Thema vielen immer mehr bewusst und Hormone gelten nicht mehr als das einzige Mittel.

  • Reply
    Minny
    15/10/2016 at 18:15

    Eben!
    Das stimmt jedoch. Lange galt das hormonfreie Verhüten als etwas für Hippies oder Gesundheitsfreak. Jetzt merke ich auch, dass immer mehr junge Mädchen sich dafür interessieren. Das ist ein gutes Zeichen.

  • Reply
    Schokominza
    09/03/2017 at 8:24

    Hallo Sarah,
    ich bin ein bisschen das andere Extrem: Ich war erst mit 24 Jahren das erste Mal beim Frauenarzt. Weil ich schwanger war. Das schien mir ein guter Grund, denn davor fehlte mir die Notwendigkeit für einen Frauenarzt-Besuch. Ich hatte keine Beschwerden, also ging ich nicht zum Arzt. Du bist wegen der Pille gegangen wie viele andere Mädchen auch und sie wirkt tatsächlich als zuverlässige „Kundenbindung“. Das ist gut für junge Mädchen. So werden sie regelmäßig untersucht. Das sehe ich schon ein, auch wenn ich selbst die Untersuchungen umgangen habe. Nur weiß ich nicht, ob diese „Kundenbindung“ rechtfertigt, jungen Märchen die Pille zu verschreiben… Ich frage mich, wie gut man sich selbst kennenlernt, wenn man in der Pupertät beginnt Hormone zu nehmen?

    Nach der Geburt unserer zweiten Tochter dachte ich ebenfalls über die Spirale nach, aber Hormone wollte ich immer noch nicht nehmen und die Wirkung der Kupferspirale sagte mir auch nicht zu – also wieder Kondome. Für die Pille oder NFP bin ich zu faul und mein Mann möchte auch keine weiteren Kinder, deswegen passen Kondome gut. Da können wir uns sicher sein, dass es wirkt 🙂

    Viele Grüße
    Schokominza

    • Reply
      Sarah
      11/03/2017 at 12:40

      Ich gebe dir da in allen Punkten Recht. Die Pille wird eben schon fast als normal angepriesen. Alle nehmen sie und sie soll eben alles so schön einfach machen: regelmäßiger Zyklus, Hautbeschwerden lindern,… Die Nebenwirkungen werden kaum erwähnt und ich halte es auch absolut nicht für sinnvoll sie jedem Mädchen standardmäßig zu verschreiben. Genauso wie es eben fraglich ist, ob die Untersuchungen wirklich nötig sind.

  • Reply
    Angie
    11/10/2017 at 16:57

    Toller Beitrag! Ich verhüte seit Geburt meines jüngsten im Oktober 16 mit Kondom. Hatte zwischenzeitlich die Pille probiert und nach 2 Monaten in die Tonne gehauen. Nebenwirkungen waren wirklich fiese Stimmungslagen und Suizidgedanken. Dann probierte ich den Nuvaring, aber da folgte eine schlimme vaginale Entzündung. Mein Arzt sagte, das würde nicht davon kommen. Also auch den Arzt gewechselt. Weil ich auch Angst vorm Einsetzen einer Kupferspirale habe, bleibt uns nur das Kondom. Aber das ist in Ordnung, denn wir sind keine wilden Teenies mehr die sich jede Nacht begatten.

    Ein kleiner Widerspruch findet sich in deinem Beitrag. Du sagst die Einnahme der Pille wäre dir durch das Tabletten nehmen zu kompliziert, die NFP Methode, wo man jeden morgen Temperatur messen muss und sie dann in eine App einträgt, ist also nicht kompliziert? Ich musste schmunzeln! 😉

    Glg

    • Reply
      Sarah
      12/10/2017 at 11:05

      Tatsächlich finde ich es einfacher, weil es mehr zur Routine wird. Denn ich mache das ja als aller erstes und kann es so eigentlich nicht vergessen. Aber recht hast du, einigen ist es sicherlich auch zu umständlich. Aber in Kombination mit dem besserem Körpergefühl ist es einfach die bessere Wahl!

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