Schwesternliebe&Wir
Leben mit Kindern

Volle Tage // Wenn manchmal einfach alles zu viel ist

Gestern.

Der morgen begann wieder einmal zu spät, ich hatte verschlafen. Das kommt in letzter Zeit oft vor, da E meist sehr schlecht einschläft und wir nie vor 22 Uhr das Schlafzimmer verlassen können um unseren kinderfreien Abend zu beginnen. Oft ist es auch deutlich später und eigentlich jeden Tag stehen dann auch noch einige Dinge an die erledigt werden müssen. Gestern war es dann 23.30 Uhr als ich mich auf das Sofa setzte und trotzdem noch einiges auf meine To-Do Liste für den nächsten Tag schob.

Nach dem Aufstehen kümmerten wir uns erst einmal darum, die Kinder für Kita und Tagesmutter bereit zu machen. Das dauert meist lang. Die von mir ausgesuchte Kleidung sagt C nicht zu. E möchte ihre Windel nicht wechseln lassen. Sich nicht anziehen. Unsere Überredungskünste sind gefragt. Ich bin müde und möchte eigentlich am liebsten erst einmal duschen. Dafür ist jetzt leider keine Zeit, denn Christian und die Kinder müssen bis um 8 Uhr fertig sein. Bis zur Kita dauert es mit dem Fahrrad etwa 30 Minuten und danach noch einmal 10 Minuten zu Es Tagesmutter. Um 9 will Christian eigentlich auf Arbeit sein. Das schafft er vielleicht einmal in 50 Tagen. Die Kinder sind müde. E konnte am Abend zu vor wieder einmal schwer einschlafen.

Weiter geht es mit Zähne putzen, Haare kämmen, Sonnencreme. Es dauert. Es sind wieder viele Überredungskünste gefragt. Es ist 8.10 Uhr. Die Kinder haben noch keine Schuhe an. E ist eigentlich fertig, aber C möchte ihre nicht anziehen. Als das geschafft ist hat E ihre Schuhe schon wieder ausgezogen. Irgendwann hat E angefangen zu schreien. Sie möchte lieber zu Hause bleiben. Beide Kinder sind angezogen. Es ist 8.20 Uhr. E schreit noch immer. Wir bringen die Kinder nach draußen und setzten sie in den Fahrradanhänger. E möchte immer noch nicht. Glücklicherweise fällt Christian eine Möglichkeit ein sie abzulenken. Beide Kinder sitzen angeschnallt im Anhänger. Christian fährt los. Es ist 8.25 Uhr.

Ich gehe wieder in unsere Wohnung und mache mir erste einmal einen Kaffee. Ich versuche das ganze Chaos auf dem Fußboden zu ignorieren. Dann gehe ich an den Schreibtisch, lese E-Mails, beantworte sie, bereite mein Seminar vor welches in 3 Stunden beginnt. Eigentlich müsste ich noch einen Text lesen. Aber der ist 20 Seiten lang und auf Englisch. Dafür brauche ich mindestens eine Stunde, wahrscheinlich länger. Die Waschmaschine piept die ganze Zeit, weil sie fertig ist. Daneben liegt noch ein großer Berg Wäsche. Es Windel war letzte Nacht einmal wieder undicht. Ich lege den Text weg. Die Zusammenfassung habe ich gelesen. Inzwischen ist es 9.30 Uhr. Ich leere die Waschmaschine, hänge alles auf und stelle die nächste an. Nebenbei räume ich etwas auf. Meine Füße sind voller Sand. Immer scheint überall Sand zu sein. Vielleicht schaffe ich es dann noch den weg zu saugen.

Es ist 10 Uhr und ich gehe erst einmal duschen. 10.30 kommt der Handwerker. Unsere Dusche ist kaputt. Er schaut sich alles an. Wahrscheinlich muss er alles ausbauen und neu machen. Das muss natürlich schnell geschehen, denn unter unserem Bad scheint alles voll Wasser zu sein. Ich muss noch meine Haare kämmen und schnell flechten. Das dauert. Etwas schminken wollte ich mich eigentlich auch noch. Meine Müdigkeit soll ja auch nicht jeder sofort sehen. Das Telefon klingelt. Während ich telefoniere räume ich noch etwas auf. Die Waschmaschine Piept schon wieder. Es ist schon 11.15 Uhr und ich muss eigentlich gleich los. Gegessen habe ich heut auch noch nichts. Das Telefonat ist zu Ende. Ich esse schnell einen Apfel. Mache meine Haare und gönne mir 1 Minute Zeit zum Schminken. Inzwischen ist es 11.30 Uhr. Ich muss um 12 Uhr an der Uni sein. Schnell packe ich meine Sachen zusammen. Noch etwas zu Essen für C, denn nach dem Seminar ist ihr Ballettunterricht.

Ich fahre los. 5 nach 12 bin ich an der Uni, schließe schnell das Fahrrad ab und renne hoch. Die Dozentin steckt noch im Stau. Die ersten 15 Minuten an diesem Tag wo ich einfach nur herumstehen kann. Wir haben viel zu besprechen. Nächste Woche soll die Erhebung für unser Experiment starten. Es gibt noch einiges vorzubereiten. Wir überziehen einmal wieder die Zeit. 14.05 Uhr sind wir fertig. Schnell aufs Fahrrad. Eigentlich wollte ich mir noch etwas zum Essen kaufen, aber dafür hätte ich 10 Minuten gebraucht. Ich fahre zu Es Tagesmutter und hole den Fahrradanhänger. Dann zum Kindergarten. Die Erzieherin von C möchte noch schnell mit mir über Cs Bein reden. Seit einigen Tagen läuft sie irgendwie komisch und ich habe immer noch nicht daran gedacht einen Termin beim Orthopäden zu machen. Habe auch vergessen das in meinen Terminkalender zu schreiben. Ich vergesse alles was da nicht drin steht.

Wir fahren los. C möchte sich vorher noch etwas zu Essen beim Bäcker aussuchen. Wir fahren also noch am Bioladen vorbei und kaufen Erdbeeren, leckere Dinge vom Bäcker und für mich eine große Cola. Ich bin immer noch so müde. Aber inzwischen geht alles etwas langsamer. Es geht immer alles etwas langsamer, wenn unsere Kinder dabei sind. Das tut gut. Schnell fahre ich zum Ballettunterricht. Es ist 14.55 Uhr. Wir haben also noch 5 Minuten Zeit zum Umziehen. C freut sich. Sie liebt den Ballettunterricht. Während sie tanzt warte ich auf sie. Ich esse endlich etwas. Und lese ein bisschen in meinem neuen Buch. Eigentlich müsste ich ja den Text für die Uni lesen. Ich könnte auch Orthopäden abtelefonieren. Aber ich habe seit 3 Monaten kein wirklich funktionierendes Smartphone, auch etwas worum ich mich mal kümmern muss. Also kann ich mir die Telefonnummern der Ärzte nicht raussuchen.

15.30 Uhr: C ist fertig. Ich ziehe sie schnell um und wir laufen zum Fahrrad. Dann fahren wir zu Es Tagesmutter. E schläft noch. Seit 2,5 Stunden, also wird sie heut Abend wieder schlecht einschlafen. C und ich gehen herein und setzen uns erst einmal. C spielt mit Es bzw. ihrer ehemaligen Tagesmutter. Ich hoffe, dass E bald aufwacht. 10 Minuten später ist sie wach. Es dauert aber noch eine halbe Stunde bis ich E zum Anziehen überredet habe. Irgendwann sitzen beide Kinder im Fahrradanhänger.

Ich fahre schnell nach Hause. Glücklicherweise ist Christian heute da und hat sich schon ums Abendessen gekümmert. C ist während der Fahrt eingeschlafen. Wir lassen sie etwas weiterschlafen. Sie hatte heute Musikschule und Ballett und keinen Mittagsschlaf.

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Ich räume die Einkäufe aus und die Kinderrucksäcke. Dann essen wir. C haben wir zuvor geweckt. Während wir dann den Tisch abräumen, spielen die Kinder im Garten. Dann geht Christian mit den Beiden unter die Dusche. Wieder einmal ist überall Sand an den Kinder. Ich räume etwas auf, habe aber überhaupt keine Lust mehr. Die Mädels schauen nach dem duschen noch Sandmann und Peter Pan. Wir überreden sie zum Zähneputzen und Schlafsachen anziehen. Dauert alles etwa eine Stunde bis wir dann im Bett liegen.

2 Stunden später schlafen endlich alle. Selbst ich bin kurz eingeschlafen. Ich wecke Christian und wir gehen ins Wohnzimmer. Die Stimmung ist nicht gut. Christian wollte eigentlich noch Fahrrad fahren, aber jetzt ist es ihm zu spät am Abend. Mich nerven die Unordnung, die Wäsche und die dreckige Küche. Irgendwann fange ich an aufzuräumen und sauber zu machen. Dann ist es 23.30 Uhr. Eigentlich wollte ich mich noch um einige Mails kümmern und den Text für die Uni lesen. Stattdessen esse ich lieber Eis.

Eure Sarah

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3 Comments

  • Reply
    Schokominza
    18/06/2015 at 12:07

    Oh solche Tage kenne ich! 😀 Ich hoffe, du konntest das Eis genießen 🙂

  • Reply
    Bettie
    18/06/2015 at 12:26

    “Um 9 will Christian eigentlich auf Arbeit sein. Das schafft er vielleicht einmal in 50 Tagen”.: Über diese Stelle musste ich sehr lachen. 😉 Gibt es denn da Schwierigkeiten? Lieben Gruß, Bettie

    • Reply
      Sarah
      18/06/2015 at 12:35

      Nein, er ist ja “hauptberuflich” Student und wird dort nur auf Stundenbasis bezahlt. Kommt halt dann am Ende leider weniger Geld für uns raus.

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