Schwesternliebe&Wir
Leben mit Kindern

Kinderwunsch und Schwangerschaft – unsere zweite Tochter

Als ich damals mit C schwanger wurde war das eine große Überraschung für uns. C war nicht geplant, aber natürlich trotzdem willkommen. Die ganze Geschichte dazu könnt ihr hier nochmal nachlesen. Bei E war das ganz anders. Als C etwa sechs Monate alt war wuchs bei uns ein starker Wunsch nach einem zweiten Kind. Wir haben beide Geschwister die weniger als zwei Jahre jünger sind als wir. Wir haben das beide sehr positiv in Erinnerung und fanden es immer wunderbar Geschwister zu haben die im gleichen Alter sind. Deswegen kam bei uns auch schnell der Wunsch nach einem zweiten Kind, denn wir wollten das auch gern für unsere Kinder. Darum setzte ich ein halbes Jahr nach Cs Geburt die Stillpille, die ich damals nahm, wieder ab. Leider wurde ich nicht so schell wieder schwanger, wie ich mir das wünschte. Allerdings dauerte es auch nicht wirklich lange, aber wenn man so hibbelig auf eine Schwangerschaft wartet kommt es einem wie eine Ewigkeit vor. Als C dann 11 Monate alt war hielt ich endlich den ersehnten positiven Schwangerschaftstest in den Händen. Vorher hatte ich schon sehr, sehr viele negative in der Hand gehabt. Das ist immer ganz schön deprimierend gewesen und ich war überglücklich über diesen positiven Test.

Schon kurze Zeit später hielt ich dann auch das erste Ultraschallbild in den Händen. Denn ich hatte sofort einen Termin bei meinem Frauenarzt gemacht. Ich wollte unbedingt wissen, ob ich tatsächlich schwanger sei.

Viel zu sehen gab es noch nicht, denn ich war wohl erst in der 1. oder 2. Woche. Das Bild oben stammt dann schon von einem Ultraschalltermin einen Monat später. Zu sehen ist da auch nur ein kleiner Punkt mit dem Dottersack dran. In den ersten Wochen bin ich deswegen fast wöchentlich zum Arzt gegangen um mir bestätigen zu lassen ob ich den wirklich schwanger sei. Und irgendwann hatte ich dann dieses Bild.

Ab dem positiven Schwangerschaftstest bin ich glaube ich nur noch mit einem komischen Lächeln herumgelaufen. E war wirklich ersehnt und ich wollte dieses Kind unbedingt. Die ganze Schwangerschaft war von viel Vorfreude erfüllt. Zweifel hatte ich wenig, denn ich wusste ja, dass ich es schaffe mich um ein Baby zu kümmern. Ich hatte das mit C auch geschafft. Ab und an machte ich mir zwar einige Gedanken, ob das mit zwei kleinen Kindern nicht sehr anstrengend werden würde. Immerhin war C zu Es Geburt gerade einmal 20 Monate alt. Das hieß zwei Wickelkinder, zwei Kinder die Einschlafbegleitung brauchen, zwei Kinder die noch nicht reden können und auch C wollte da noch viel getragen werden.

Aber wir hatten auch die 9 Monate Zeit um uns vorzubereiten. Um Vorkehrungen zu treffen und es uns möglichst leicht zu machen. Wir gewöhnten C bei einer Tagesmutter ein, wir gingen zu der tollen Organisation Wellcome um Hilfe nach der Geburt zu haben und wir bauten uns ein größeres Familienbett um ruhiger schlafen zu können. Auch gewöhnten wir C in den letzten Monaten der Schwangerschaft daran, dass Papa sie zu Bett bringt. Vorher hatte ich das immer gemacht und sie hatte auch niemand anderen akzeptiert. Ich habe sie sogar meist noch in den Schlaf getragen. Für C war es natürlich nicht so einfach gewesen, aber dieser Schritt hat uns wahrscheinlich das Leben mit zwei Kleinkindern sehr erleichtert. Denn C nach der Geburt an eine andere Person zur Einschlafbegleitung zu gewöhnen wäre sicherlich schwieriger gewesen.

Neben der großen Vorfreude während der Schwangerschaft war diese allerdings auch von viel Sorge um unser Baby geprägt. C war nach ihrer Geburt auf der Kinderintensivstation gewesen. Dort habe ich erlebt, wie Frühchen in den Brutkästen liegen. Ich hatte deswegen bis zur 24. Schwangerschaftswoche große Sorge wegen einer Frühgeburt. Denn erst ab der 24. Woche kann ein Kind außerhalb des Mutterleibes überleben. So wussten wir zwar schon sehr früh von unserer zweiten Tochter, erzählten es aber niemanden. Nach der 12. Woche erzählten wir es dann unseren Eltern und Geschwistern. Und erst nach der 24. Woche erzählten wir es auch allen anderen. Da wir so weit von unseren Familien entfernt wohnen war das möglich, denn sie konnten meinen kleinen Bauch nicht sehen.

Aber alles verlief wunderbar. Es gab keinerlei Komplikationen, ich fühlte mich wohl und auch der Alltag mit C funktionierte meist gut. Manchmal war es natürlich schwer. Zum Beispiel als Christian im Sommer, ich war damals etwa in der 15. Woche, eine Woche allein Urlaub machte und ich mit C bei meinen Eltern war. Sie war damals leider noch sehr auf mich fixiert und hat nur Christian als weitere Bezugsperson akzeptiert. Ich war aber leider zu der Zeit oft sehr sehr müde. Und die eine Woche allein mit C war ziemlich heftig für mich. Als ich irgendwann nicht mehr konnte, ging meine Mama mit C in den Garten um mir etwas Ruhe zu schenken. Leider schrie sie fast die ganze Zeit und ließ sich nur schwer beruhigen. Wirklich entspannen konnte ich mich da natürlich nicht. Ich war damals unglaublich erleichtert als Christian endlich wieder zurück war.

E entwickelte sich wunderbar. In der 21. Woche erfuhren wir, dass wir ein zweites Mädchen bekommen würden. Vorher sah es erst eher nach einem Jungen aus, aber so früh lässt sich das meist auch noch nicht so gut sehen. Das Bild entstand bei diesem Ultraschall.

In den letzten drei Monaten der Schwangerschaft versuchte ich dann meine Bachelorarbeit möglichst weit fertigzustellen. Denn die Eingewöhnung von C bei der Tagesmutter war nach 11 Wochen(!) endlich gelungen. Christian baute ein großes Familienbett und eine Woche vor dem errechneten Geburtstermin kam meine Mama zu uns um C zu betreuen, wenn die Wehen einsetzen würden.

In den letzten zwei Monaten hatte ich oft schon sehr schmerzhafte Vorwehen. Und schnell setzte dann immer wieder große Angst bei mir ein. So sagten wir zum Beispiel auch einen Urlaub zu Silvester ab und fuhren aus den Weihnachtsferien, die wir bei unseren Eltern verbrachten, früher wieder nach Hause. Denn wäre E früher auf die Welt gekommen, hätte sie wohl in einem Krankenhaus in Dresden bleiben müssen. Und wir wären nicht in unserem Zuhause gewesen. Ich war damals sehr froh, als wir wieder zurück Zuhause waren. Sogar die Vorwehen wurden auch gleich wieder weniger. Wahrscheinlich hat mich diese Angst sehr gestresst.

Ja die Schwangerschaft mit E war für mich eine sehr emotionale. Ich habe mich so sehr auf dieses Kind gefreut, dass ich auch gleichzeitig immer sehr besorgt war. Bei jedem Zwicken im Bauch hatte ich Angst um mein Baby und habe mich damit wahrscheinlich oft selbst gestresst. Naja und der Stress hat sich dann auch nicht unbedingt positiv auf meinen Körper ausgewirkt. Glücklicherweise ist Christian immer sehr entspannt geblieben und konnte mich immer gut auffangen, wenn ich mir mal wieder zu viele Sorgen gemacht habe.

Eine andere Person, die mir immer viele Sorgen nehmen konnte, war unsere Hebamme. Wir trafen uns schon ein paar Mal vor der Geburt. Ich wollte gern einiges, was bei Cs Geburt nicht so gut gelaufen war, vermeiden. Sie hat mir wirklich sehr geholfen und mir viele Sorgen genommen. Ich hoffe sehr, dass es diese Hebammenhilfe auch in Zukunft noch geben wird. Denn ich hätte ja da auch noch einen weiteren Kinderwunsch.

Auch über die Schwangerschaft mit C hab ich schon einmal geschrieben. Nachlesen könnt ihr das hier.

Über Cs Geburt und die ersten Tage danach könnt ihr hier lesen. Und auch über ihre ersten Monate habe ich schon hier geschrieben.

Eure Sarah

Das magst du vielleicht auch…

4 Comments

  • Reply
    Elena (LANDGLÜCK - MAMI BLOG)
    14/10/2015 at 15:59

    Danke für diesen sehr persönlichen Einblick in deine Wunsch Schwangerschaft. Respekt wie ihr das so meistert. Ich finde es schön wenn Geschwister keinen grossen Altersunterschied haben. Ich selber traue es mir aber nicht zu. Unser Fruehlingskind ist 18 Monate alt und momentan kann ich mir noch keine zweite Schwangerschaft vorstellten 🙂 LG Elena von LANDGLÜCK – MAMI BLOG

    • Reply
      Sarah
      14/10/2015 at 16:52

      Wir haben uns glücklicherweise bei der Entscheidung für unser zweites Kind von unserem Bauchgefühl leiten lassen. Hätte ich mehr darüber nachgedacht, hätte ich mich wahrscheinlich auch dagegen entschieden. Und im Nachhinein weiß ich irgendwie auch nicht mehr wie ich das eigentlich geschafft habe…

      • Reply
        Elena
        02/02/2016 at 16:10

        So ähnlich wie du es beschreibst haben es mir schon einige Mütter erzählt. Sie haben einfach auf ihr Bauchgefühl vertraut – auch wenn es anstrengend ist, zwei kleine Kinder hintereinander zu bekommen, kann man es aber schaffen. Finde ich total klasse. Jetzt ist unser Kind schon fast 2 Jahre alt (am 21. März hat er Geburtstag) und ich traue mich immer noch nicht 😀 Ich bin aber auch ein Mimöschen 😀

  • Reply
    Schokominza
    30/09/2016 at 15:07

    Die Warterei kenne ich zum Glück nicht, da ich beide Male gleich schwanger wurde. Jetzt haben wir zwei Töchter im Alter von 3,5 Jahren und 2 Jahren. Ich hätte wirklich gern noch ein Kind, vielleicht sogar zwei weitere, aber mein Mann möchte nicht. Manchmal macht mich das sehr traurig und insgeheim hoffe ich, dass er seine Meinung noch ändert…

  • Leave a Reply