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Leben mit Kindern

Geburtsbericht // Eine wirklich schöne Geburt im Krankenhaus

Es ist Samstag und noch sehr früh am Morgen. Ich kann nicht mehr schlafen, also stehe ich auf und setze mich aufs Sofa. Ist aber auch nicht angenehmer. Also stehe ich wieder auf und erledige einiges im Haushalt. Das lenkt mich ab von dem schon recht schmerzenden Ziehen. An diesem Morgen bin ich überzeugt davon, dass es jetzt los geht. Das unsere kleine Tochter an diesem Tag auf die Welt kommen möchte. Ich warte ab. Den ganzen Tag warte ich und wir bringen vorsorglich schon einmal die großen Schwestern zu meiner Schwester. Auch bauen wir die Iosfix-Station der Babyschale ins Auto ein. Und dann warten wir weiter. Ich bin immer noch überzeugt, dass wir noch ins Krankenhaus müssen. Allerdings schlafe ich dann am Abend irgendwann ein und wache erst am nächsten Morgen wieder auf. Und auch dieser Tag verläuft wieder ähnlich. Am Sonntagabend bin ich dann schon etwas genervt, weil ich nicht so richtig weiß was jetzt los ist. Ich finde es schrecklich nicht richtig einschätzen zu können, was da gerade passiert. Unsere Töchter sind inzwischen wieder Zuhause und wir belassen es auch erstmal dabei.

Montagmorgen

Wieder werde ich von Schmerzen geweckt. Wieder sehr früh am Morgen. Diesmal bin ich mir sehr unsicher. Denn die letzten Tage haben ja gezeigt, dass auch Wehen, die sich schon so richtig ernsthaft anfühlen, wieder verschwinden können. Ich bleibe also allein zu Hause, während die restliche Familie in die Kita und auf Arbeit fährt. Die Schmerzen werden mehr. Zwischen den Wehen sitze ich am Vormittag noch am Schreibtisch und kümmere mich um allerlei anderen Kram. So richtig sicher bin ich mir immer noch nicht. Allerdings muss ich inzwischen bei jeder Wehe kurz innehalten.

Trotzdem bin ich noch sehr entspannt. Ich weiß noch nicht so richtig, ob wir an diesem Tag mit der Geburt unserer Tochter rechnen können. Gegen Mittag kommt Christian dann nach Hause. Er ist deutlich nervöser als ich und schaut bei jeder Wehe auf die Uhr um die Abstände und die Länge zu messen. Tatsächlich sind es gegen 13 Uhr schon 4-Minuten-Abstände. Es scheint also wirklich loszugehen. Gemeinsam packen wir alles fürs Krankenhaus zusammen. Denn ich habe zwar schon Wochen vorher eine Packliste für die Klinik erstellt, allerdings lag meine Tasche nur zur Hälfte gepackt hier herum.

Da ich glaube, dass wir noch ganz viel Zeit haben (die letzten Geburten waren recht lang) wollte ich noch abwarten. Doch irgendwann waren die Abstände dann bei unter 3 Minuten und meine Schmerzen waren mir wohl deutlich anzusehen. Deswegen entschied Christian, dass wir uns lieber auf den Weg machen.

Im Krankenhaus

Gegen 14.30 Uhr kamen wir dann im Krankenhaus an. Die Hebamme die uns begrüßte war zu Beginn noch sehr entspannt und ich kam erst einmal ans CTG-Gerät. Sie wollte dann in einer halben Stunde nochmal nach uns sehen. Dann kam sie aber doch schon wieder nach 10 Minuten und meinte, dass die Wehen schon recht stark seien uns sie mich schon einmal untersuchen würde. Der Muttermund war dann auch tatsächlich schon 5 cm geöffnet. Ab diesem Zeitpunkt wurden dann auch die Wehen noch einmal deutlich schmerzhafter. Ein Schmerz bei dem ich dann oft dachte, dass ich ihn nicht mehr aushalten könnte. Doch zwischen den Wehen war ja alles gut und ich dachte dann jedes Mal wieder, dass es doch gar nicht so schlimm sei. Und während jeder Wehe fing ich dann doch wieder an zu fluchen.

Die Zeit verging dann im Krankenhaus wirklich schnell. Und plötzlich kam dann schon der Punkt an dem die Hebamme sagte, dass der Muttermund nun fast vollständig geöffnet wäre. In der darauffolgenden Wehe gab sie mir dann nochmal ein homöopathisches Mittel, welches den Muttermund noch etwas weicher machen sollte. Und dann war es auch schon soweit. Es folgten noch 3 oder 4 Wehen und dann lag unsere Tochter schon auf meinem Bauch.

Das Kennenlernen

Da ihre Nabelschnur sehr kurz war, konnte ich sie noch nicht richtig hoch nehmen. Ich wollte aber trotzdem gern noch etwas abwarten. Also streichelte ich erst einmal ihr Köpfchen und schaute sie einfach nur an.

In diesem Moment war ich einfach nur glücklich. Voller Glück und Freude wegen diesem wundervollen Mädchen. Und glücklich über den Verlauf der Geburt, die genau so war, wie ich sie mir gewünscht hatte. Noch schöner wäre es sicherlich Zuhause gewesen, aber diese Option gab es nun mal leider nicht.

Wir verbrachten dann noch die ersten 2 Stunden im Kreissaal, machten ganz viele erste Bilder, kuschelten und unsere Tochter wurde das erste Mal gestillt. Auch versuchten wir einen passenden Namen für sie zu finden. Doch das fiel uns dann doch recht schwer und so entschieden wir uns erst am nächsten Morgen dann endgültig für einen Namen.

Ich bin wirklich überglücklich, so eine wunderschöne Geburt erlebt haben zu dürfen. Diese Geburt war verdammt anstrengend, extrem schmerzhaft und einfach genau so wie ich sie mir gewünscht habe! 

Eure Sarah

 

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1 Comment

  • Reply
    Frl. Null.Zwo
    14/06/2017 at 18:29

    Siehst Du, da hat sich die ganze Vorarbeit gelohnt!
    Ich freue mich sehr für Euch, dass Eure Kleinste so unkompliziert zu Euch kommen konnt ❤

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